- feuchtes Umfeld
- Kälte und Wärme wird abgeschirmt
- harmonisches, wohltuendes Klima
Schurwolle zählt zu den Fasern, die bereits am längsten von Menschen genutzt werden. Wahrscheinlich ist sie die älteste überhaupt.
Im Mittelalter verdankten sogar ganze Städte und Länder ihren Wohlstand der Wollverarbeitung. Erst im 20. Jahrhundert wurde die schon Jahrhunderte zum Rauen der Wolle in Gebrauch befindliche Kardendistel durch technische Hilfsmittel ersetzt.
Um Wollexport betreiben zu können, müssen große Mengen Schafe absolut gleicher Qualität gezüchtet werden. Dieses ist nur auf extrem großen Weideflächen und mit riesigen Herden möglich. Das ist der Grund, warum Australien mit Abstand der größte Wolllieferant ist, gefolgt von Neuseeland und Argentinien. Je nach Schafrasse und der Lebens- und Klimaumstände ergeben sich unterschiedliche Charakteristiken. Hauptsächlich unterscheiden sie sich in Feinheit, Haarlänge und natürlicher Kräuselung.
Laut IWS (Internationales Wollsekretariat) besagt der Begriff Schurwolle, dass die Wolle vom lebenden Schaf gewonnen wird. Ein- bis zweimal im Jahr ist Schafschur. Die Wolle wird im Ganzen mit Hilfe einer Schermaschine geschoren. Die Prozedur dauert pro Schaf nicht mal 2 Minuten. Auch am Schaf selbst gibt es Körperpartien, die höhere oder weniger gute Wollqualität liefern. So stammt die beste Wolle von Schultern und Flanke, wohingegen die meist nur kurze und stark verschmutzte Wolle an Füßen, Stirn und am, durch das Liegen oft stark verfilzten, Bauch sitzt. Noch vor Ort wird von einem Wollklassifizierer die Wolle nach ihrer Qualität beurteilt und erst dann zur Weiterverarbeitung und zum Verkauf gebracht.
Meist wird Wolle gewaschen, gekämmt, gefärbt und dann häufig zu Kammgarn versponnen. So entstehen Fäden, die sich später zu Stoffen verweben oder zum Stricken verwenden lassen. Die gereinigte und gekämmte Wolle kann auch zu einem Vliesstoff verarbeitet werden.
Andererseits kann sie auch als natürliche Wärmedämmung oder für Bettwaren, Matratzen, Decken, Kissen, genutzt werden.
Wolle hat dank ihrer Kräuselung viele positive Eigenschaften, die der Mensch versucht hat mit Chemiefasern zu kopieren. Jeder, der selbst schon Kunstfasern getragen hat, wird wissen, dass sie durchaus ihre Vorzüge wie z. B. größere Reißfestigkeit, Alterungsbeständigkeit etc. bieten, aber andererseits konnte bis heute niemand die Dauerhaftigkeit der Kräuselung kopieren und jeder, der schon einmal Naturfasern getragen hat, weiß diese nach der Kunstfaser wieder neu zu schätzen. Wolle ist sehr anschmiegsam und weich, was eine Folge ihrer Elastizität ist. Sie sorgt für einen Temperaturausgleich und schützt vor Wärme und Kälte. Dies geschieht durch das stark gekräuselte Haar, das insgesamt sehr bauschig ist, und so viel isolierende Luft enthält. Das ist auch gut für den Transport von Feuchtigkeit. Wolle nimmt Feuchtigkeit auf, ohne sich selbst feucht anzufühlen und gibt sie wieder an die Umgebung ab. Sie nimmt Gerüche kaum an und ist nicht elektrostatisch.
All diese Vorteile können wir in unsere Schlaflandschaft übernehmen. Wir können uns mit Kissen, Decken, Matratzen etc. umgeben, die aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen und die man in den Ökokreislauf zurückführen kann. Zwar haben diese Naturmaterialien einen etwas höheren Anschaffungspreis, machen sich aber durch ihre lange Nutzbarkeit und Ihre Wertschätzung wieder bezahlbar.
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